Wir stehen zusammen – Statement des AWO Regionalverbandes Halle-Merseburg e.V. nach der Landtagswahl

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde der AWO, liebe Klientinnen und Klienten, liebe Eltern, Kinder und Ehrenamtliche,

die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt nun einige Tage zurück. Das Wahlergebnis und insbesondere der hohe Stimmenanteil für die AfD, eine Partei, die in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft ist, beschäftigt und bewegt viele Menschen. Für viele von uns ist dieses Ergebnis schwer nachzuvollziehen und zu verarbeiten. Es kann verunsichern, Sorgen auslösen und Fragen darüber aufwerfen, wie sich unser gesellschaftliches Zusammenleben in Zukunft entwickeln wird. Gerade in dieser Situation ist es wichtig, den Blick nach vorn zu richten. Wir als AWO werden uns nicht entmutigen oder einschüchtern lassen. Im Gegenteil: Ein solches Wahlergebnis bestärkt uns darin, unsere Arbeit für ein demokratisches, solidarisches und vielfältiges Miteinander fortzusetzen.

Unsere Einrichtungen sind Orte, an denen Menschen Unterstützung, Sicherheit und Gemeinschaft erfahren sollen. Das gilt für unsere Mitarbeitenden ebenso wie für Kinder, Jugendliche, Eltern, Klientinnen und Klienten, Angehörige und Ehrenamtliche. Diskriminierung, Ausgrenzung, Rassismus und Menschenfeindlichkeit haben in unseren Einrichtungen keinen Platz. Wie Sie wissen, stehen wir als AWO dabei auch im besonderen Fokus der AfD. Wir nehmen diese Situation ernst, lassen uns davon jedoch nicht einschüchtern. Die Auseinandersetzung mit demokratiefeindlichen und menschenfeindlichen Positionen gehört für uns zu einer verantwortungsvollen Arbeit in einer demokratischen Gesellschaft. Bereits im Vorfeld der Landtagswahl standen wir deshalb in engem Austausch mit dem AWO Landesverband sowie den AWO Kreis- und Regionalverbänden. Gemeinsam arbeiten wir daran, unsere Verbände, Einrichtungen und Gesellschaften auch in schwierigen politischen Zeiten handlungsfähig, krisenfest und stabil zu halten. Dazu finden auf unterschiedlichen Ebenen Gespräche und Abstimmungen statt.

Ziel ist es, unsere Einrichtungen bestmöglich zu unterstützen, Risiken frühzeitig zu erkennen und dort, wo eine besondere Gefährdung besteht, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Hierzu liegt unter anderem eine Handreichung vor, die insbesondere dabei unterstützt, besonders gefährdete Einrichtungen zu schützen und auf mögliche Situationen angemessen reagieren zu können.

Gleichzeitig möchten wir deutlich machen: Demokratie lebt nicht allein von Wahlen. Demokratie lebt davon, dass Menschen miteinander im Gespräch bleiben, füreinander einstehen und sich im Alltag für Respekt, Menschenwürde und Zusammenhalt einsetzen. Das beginnt bei uns vor Ort. In unseren Einrichtungen, in unseren Teams, in Gesprächen mit Eltern und Angehörigen, in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, in der Unterstützung unserer Klientinnen und Klienten und im ehrenamtlichen Engagement. Wir möchten deshalb alle ermutigen, aufmerksam zu bleiben, miteinander im Gespräch zu bleiben und sich gegenseitig zu unterstützen. Wenn Ängste, Unsicherheiten oder Fragen entstehen, sollen diese angesprochen werden können. Niemand muss mit seinen Sorgen allein bleiben. Auch wir stehen dafür gern zur Verfügung.

Wir stehen zusammen – für eine offene Gesellschaft, für soziale Gerechtigkeit und für ein demokratisches Miteinander. Unser Auftrag ist klar: Wir machen weiter.
Wir setzen uns weiterhin für die Menschen ein, die unsere Unterstützung brauchen. Wir schaffen Räume für Begegnung und Teilhabe. Und wir stehen gemeinsam für die Werte der Arbeiterwohlfahrt ein. Denn Demokratie braucht Haltung. Vielfalt braucht Schutz. Und Solidarität beginnt bei uns.

Herzliche Grüße

Marcel Dörrer
Vorstandsvorsitzender
Gaby Hayne
Geschäftsführerin

Halle, 14. September 2026