Gruppen für Schulkinder

Ansprechpartnerin: Annett Kaiser

Lernen lernen
Die Schüler sehen sich mit einer Fülle von Lernstoff konfrontiert, für deren Bewältigung sinnvolles und effektives Lernen eine wichtige Voraussetzung ist. Doch gerade hier liegt häufig das Problem:

Die Schüler wissen zwar was sie lernen sollen, wie sie den Stoff jedoch bewältigen, bleibt ihnen weitgehend selbst überlassen. Gering ausgeprägte Fähigkeiten und Fertigkeiten beim Lernen führen häufig zu Leistungsschwierigkeiten. Gleichzeitig lässt die Motivation nach, Wissenslücken und damit oft erhebliche Leistungsprobleme sind die Folge.

Aber auch leistungsstarke Schüler lernen nicht immer rationell. Der daraus resultierende erhöhte Lernaufwand schränkt die Freizeit oft erheblich ein. Schulstress und damit verbundener Motivationsverlust können auch hier die Folge sein.

Wir helfen den Schülern, eigene Fähigkeiten und Stärken zu entdecken und diese bewusst zu nutzen. Wir wollen neugierig machen, neue Lernwege auszuprobieren. Dabei helfen Fragebögen, Übungen, eigens von den Schülern hergestellte Lernhilfen und vieles andere mehr.

Marburger Konzentrationstraining (MKT) für Schulkinder
entwickelt und herausgegeben von Dieter Krowatschek, Sybille Albrecht, Gita Krowatschek
Ansprechpartnerin: Annett Kaiser

Das Marburger Konzentrationstraining (MKT) für Schulkinder richtet sich an Kinder im Grundschulalter (1.- 4. Klasse) und vermittelt den Kindern Strategien und Möglichkeiten, die hilfreich sind, den „Teufelskreis“, der zu Konzentrationsproblemen führt, zu unterbrechen.
Es ist ein Trainings- und Übungsprogramm und besonders dann geeignet, wenn Ihr Kind

  • sich leicht ablenken lässt.
  • wenig Zutrauen in die eigene Leistungsfähigkeit hat.
  • noch nicht selbstständig arbeiten kann.
  • sehr viel Zuwendung braucht.
  • Anzeichen einer Aufmerksamkeitsstörung zeigt.
  • schlecht mit Misserfolgen umgehen kann.
  • schulmüde ist.
Inhalte und Ziele des Trainings

Das Konzentrationstraining zielt auf das Training der Selbststeuerung, um die Aufmerksamkeit und die Selbstständigkeit der Kinder zu fördern. Dies geschieht mit Hilfe der Methode der verbalen Selbstinstruktion, einer Technik aus der kognitiven Verhaltenstherapie. Hierbei erlernen Kinder über das sogenannte Laute Denken das Innere Sprechen.

Die Kinder üben im Training planvoll und systematisch bei der Lösung von Aufgaben vorzugehen. Ein reflexiver Arbeitsstil wird aufgebaut. Gleichzeitig wird dem impulsiven, überstürzten Handeln entgegengewirkt. Trödelnde Kinder trainieren ein Arbeitsschema ein, durch das es ihnen gelingen kann zügiger vorzugehen.

Auch der richtige Umgang mit Fehlern wird im Training eingeübt. Hierzu gehört, dass die Kinder selbstständig die eigenen Aufgaben überprüfen. Sie erlernen mit eventuellen Fehlern gelassener umzugehen – ein Fehler ist keine Katastrophe, sondern kann verbessert werden.

Das MKT soll auch dazu beitragen die Leistungsmotivation und Anstrengungsbereitschaft der Kinder zu erhöhen. Kinder, die sich wieder etwas zutrauen und erfolgreich mitarbeiten, sind motiviert sich anzustrengen.

Außerdem werden mit verschiedenen Übungen Feinmotorik, Wahrnehmung, Denk- und Merkfähigkeit sowie Lang- und Kurzzeitgedächtnis trainiert.

Durch die Kleingruppenarbeit treten die Kinder beim MKT besonders in den Spielen mit anderen Gleichaltrigen in Interaktion und üben so auch sozial erwünschte Verhaltensregeln.

Das im Training Gelernte sollte auch im Alltag angewendet werden, damit Inhalte vertieft und gefestigt werden können. Dabei benötigt Ihr Kind Ihre Unterstützung als Eltern. Wie solch eine Unterstützung gut gelingen kann, welche Tipps oder Möglichkeiten es dafür gibt, aber auch ein Austausch zum Thema, ist Inhalt von zwei Elternveranstaltungen.

Methoden

Der wichtigste Bestandteil des MKT ist das Selbstinstruktionstraining. Hierbei lernen die Kinder, wie sie ihre Aufmerksamkeit steuern können. Dies geschieht schrittweise, so dass sich die Kinder zunächst am Modell des Trainers orientieren können und später die Selbstinstruktion flüsternd bzw. denkend selbst übernehmen.

Solche sinnvollen Selbstinstruktionen beim Aufgabenlösen, die Ihr Kind erlernt, sind:

  • Was soll ich tun?
  • Als erstes lese ich die Aufgabenstellung.
  • Ich sage mit meinen Worten, was ich tun soll.
  • Ich gehe schrittweise vor.
  • Wenn ich einen Fehler mache, ist das nicht schlimm. Ich kann ihn verbessern.
  • Ich schaue, ob ich alles richtig gemacht habe.
  • Ich sage zu mir: „Das hab‘ ich gut gemacht!“

Zudem werden im MKT

  • Übungen zum Training der Feinmotorik, der Wahrnehmung, der Denk- und Merkfähigkeit sowie des Lang- und Kurzzeitgedächtnis durchgeführt
  • Entspannungsübungen kennengelernt und ausprobiert
  • Spiele zum Interaktionstraining und Einüben von Regeln eingesetzt

Grundsatz während des gesamten Trainings ist, dass dem Verhalten das erwünscht ist ganz viel Aufmerksamkeit geschenkt wird und das Verhalten, was eher als unerwünschtes Verhalten bezeichnet wird, wenig Aufmerksamkeit bekommt. Dazu werden im Training Punktepläne und ein Belohnungssystem mit positiven Verstärkern eingesetzt.

Aufbau des Trainings und Elternarbeit

Das MKT umfasst 7 Kindergruppenstunden à 1,5 Stunden und erfolgt in Kleingruppen (ca. vier Kinder).

Auf eine gleichbleibende Struktur der Trainingsstunden wird Wert gelegt, damit sich die Kinder gut auf den Ablauf einstellen können:

  • Begrüßung
  • Dynamische Übungen oder Bewegungsspiel
  • Entspannungsübungen
  • Arbeitsblätter
  • Kim-Spiele (Spiele zur Sinneswahrnehmung)
  • Übungen zum inneren Sprechen, z.B. Kärtchenübungen wie „Konzentriert gehts’s wie geschmiert“
  • attraktive Konzentrationsspiele

Optional werden zwei „Auffrischungstermine“ durchgeführt, die individuell mit den Eltern abgesprochen werden und ca. zwei Monate nach Abschluss des Kindertrainings erfolgen. Hier kann im Training Gelerntes nochmal überprüft und gefestigt werden.

Parallel finden zwei Elternveranstaltungen statt, in denen

  • Aufbau und Ablauf des Trainings erläutert werden
  • Zusammenhänge und Ursachen von Konzentrationsschwierigkeiten erklärt werden.
  • sich die Eltern untereinander austauschen können

Hierbei werden Methoden vorgestellt, die sich im Umgang mit unaufmerksamen Kindern bewährt haben und hilfreich bei der Konzentrationsförderung sind, z. B.

  • Günstige äußere Lernbedingungen (z. B. Tagesstruktur, Arbeitsplatzgestaltung, Einsatz von Lernhilfen, Ordnungssysteme)
  • Wie kann ich mein Kind bei den Hausaufgaben unterstützen?
  • Tipps zum Loben
  • Zusammenhang zwischen Motivation und Konzentration (Einsatz von Punkteplänen, Arbeit mit Verträgen

 

Lernmethodentraining

Bei diesen Angeboten handelt es sich um ein Lernmethodiktraining für Schülerinnen und Schüler ab der 4. Klasse mit Schwierigkeiten im lernmethodischen Bereich. Der Inhalt des Trainingsprogramms wird auf die Bedürfnisse der Schülerin bzw. des Schülers abgestimmt.

In dem wir effektive Lerntechniken und -methoden vermitteln, fördern wir:

  • eine positive Lernatmosphäre
  • einen aktiveren Lernstil zur Verbesserung der Schulleistung
  • Selbständigkeit

 

Ferienwerkstatt „Fit ins Schuljahr 5/6“

Die Ferienwerkstatt „Fit ins Schuljahr 5/6“ ist speziell für Schüler*innen (ohne erhöhten Förderbedarf) konzipiert, um das Lernen an der weiterführenden Schule zu erleichtern und das „Lernen zu lernen“.
Für Schüler mit erhöhtem Förderbedarf bieten wir gern ein individuell abgestimmtes Einzeltraining an.

Ferienwerkstatt als Lernmethodik-Training ab Klasse 7

Dieses Training richtet sich an Schüler*innen der 7. bis 9. Klasse aus Sekundarschulen ohne erhöhten Förderbedarf und Gymnasien, die im lernmethodischen Bereich fitter werden wollen. In einer Kleingruppe gut gerüstet ins neue Schuljahr starten!
Für Schüler mit erhöhtem Förderbedarf bieten wir gern ein individuell abgestimmtes Einzeltraining an.

Ziele des Trainings für beide Altersgruppen:
  • Ziele des Trainings für beide Altersgruppen:
    • Vermittlung effektiver Lerntechniken und Lernmethoden
    • Förderung/Anwendung unterschiedlicher Möglichkeiten der Selbstreflexion und Selbstkontrolle zum Erkennen eigener Stärken
    • Förderung der Selbständigkeit
    • Förderung eines aktiveren Lernstils zur Verbesserung der Schulleistungen
    • Förderung der Konzentration

    Die Trainingstage für Schüler umfassen:

    Inhalte:

    In einer begleitenden Elternveranstaltung im Vorfeld können die Eltern die Ziele und Inhalte des Trainings genauer kennen und bekommen einige Anregungen, wie sie den Trainingsprozess aktiv im Alltag ihres Kindes fortsetzen können.

    • Theoretische und praktische Einheiten zu den Themen:
      • Bestandsaufnahme der derzeitigen Lernmethodik
      • Konzentration und Lernen
      • Lernen mit allen Sinnen
      • Lerntypbestimmung
      • Lernmotivation
      • Heftführung
      • Arbeitsplatzgestaltung
      • Selbstorganisation der Lerntätigkeit
      • Vokabeln lernen
      • Lesetechnik (Bearbeiten von Texten)
      • Hausaufgaben
      • Vorbereitung von Klassenarbeiten/Prüfungen (Letzteres ab Klasse 7)

    Rahmenbedingungen:

    • Informative Elternveranstaltung vor Beginn des Schülertrainings
    • Bei Bedarf Einzelgespräche mit der Familie (vor und nach dem Training)
    • drei aufeinanderfolgende Trainingstage in den Ferien für die Schüler (Terminfestlegung nach Bedarf/Voranmeldung)
    • Zeitumfang 3,0 Stunden/Tag (vormittags)
    • Gruppengröße von vier bis maximal acht Kindern
Schulprojekt „Fit für die Fünfte”
„Fit für die Fünfte” ist ein Lernmethodikprojekt für Schüler und Schülerinnen der 4. Klassen an Grundschulen vorwiegend in Halle-Neustadt. An zwei Tagen wird das Projekt mit jeweils drei Unterrichtsstunden in der Schule durchgeführt.
Individuelle Absprachen zum Umfang und zur Durchführung sind möglich.

Inhalt:

  • Bestandsaufnahme zur bisherigen Lernmethodik
  • Lernen mit allen Sinnen
  • Lerntypbestimmung
  • sinnvolle Heftführung
  • Vorbereitung von Klassenarbeiten
  • Lesetechnik

Der Umfang und die Darstellung der Inhalte sind von der Absprache mit Lehrern und/oder Eltern abhängig. Zusätzlich ist die Gestaltung einer Elternveranstaltung zum Thema möglich.