Häufig gestellte Fragen

 

Fragen zu Abhängigkeit und Suchterkrankung

Ab wann besteht eine Alkoholabhängigkeit?
Es gibt keine deutliche Grenze zwischen abhängig sein und nicht abhängig sein. Es lassen sich aber vier verschiedene Phasen unterscheiden:
Unabhängig vom Alkohol zu sein ist der angeborene, nüchterne Zustand jedes Menschen.
Gefährdet sind alle, für die Alkohol selbstverständlich geworden ist.
Alkoholmissbrauch ist jeder Alkoholkonsum, der zu körperlichen, seelischen und/oder sozialen Schäden führt.
Alkoholabhängig ist jemand, der Alkohol braucht, um sich wohl, bzw. „normal“ zu fühlen. Er trinkt nicht aus Genuss oder Geselligkeit, sondern um zu „funktionieren“.
Abhängigkeit entsteht langsam. Besonders am Anfang streiten Betroffene ein Alkoholproblem gerne ab. Sie sehen in sich nicht den „typischen Abhängigen“ und glauben, ihre Lage wieder in den Griff zu bekommen. Im nächsten Schritt wird das Problem aus Scham oder Angst oft komplett verdrängt, obwohl es sich gesundheitlich und im sozialen Verhalten längst bemerkbar macht. (Quelle: http://www.null-alkohol-voll-power.de/wissen/wieso-weshalb-warum/faqs/)
Was tun, wenn jemand zuviel trinkt?
Alkoholabhängige davon zu überzeugen, weniger zu trinken, ist keine leichte Aufgabe. Da braucht man schon viel Fingerspitzengefühl, einen langen Atem und den Mut, sich notfalls Unterstützung zu holen. Aber gerade gute Freunde sollten das Problem offen ansprechen. Denn das kann bei Betroffenen einen wichtigen Aha-Effekt auslösen. Dabei kann man auch eigene Ängste und Sorgen thematisieren – nie aber sollten dem Anderen Vorwürfe gemacht werden, denn dann blockt dieser meist ab.
Wenn jemand verspricht, das Trinkverhalten zu ändern, sollten auch gleich erste Schritte in die richtige Richtung folgen. Bei aller guten Hilfe ist wichtig zu wissen: Abhängige können nur sich selbst von Alkohol befreien – sie müssen es selbst wollen. Aber man kann sie begleiten, Aufmerksamkeit schenken, zuhören und klarmachen, dass Veränderungen möglich und notwendig sind. (Quelle: http://www.suchtfragen.at/faq/alkohol.php)
Ich lebe seit fast einem Jahr abstinent und habe nun wieder etwas getrunken. Wie soll ich mich verhalten?
Rückfälle gehören zum Ausstiegsprozess dazu. Dies bedeutet nicht, dass man sie verharmlosen sollte, aber man muss mit ihnen rechnen. Deshalb ist es wichtig sich damit auseinander zu setzen und sich darauf vorzubereiten. Ein ‚Ausrutscher‘ oder auch ein erneuter Konsum von Alkohol über einen begrenzten Zeitraum kann, muss aber nicht automatisch zum alten Trinkniveau zurückführen. Hier sollte Schwarz-Weiß-Denken vermieden werden. Scheuen Sie nicht davor zurück, Hilfe durch eine Beratungsstelle, ein Krankenhaus oder einen Therapeuten in Anspruch zu nehmen.
Sinnvoll ist es, die gemachten Erfahrungen zu nutzen, die Auslösebedingungen zu analysieren und Handlungsalternativen zu üben. Sehen Sie diese schwierige Situation als Chance, um daraus für die Zukunft zu lernen! „Quelle: http://www.suchtfragen.at/faq/alkohol.php)
Wann muss ich mir wegen meines Alkoholkonsums Sorgen machen?
Eine Gefährdung liegt dann vor, wenn jemand regelmäßig Alkohol trinkt, um sich zu entspannen, Ängste und Hemmungen abzubauen, Freude zu verstärken, Probleme in den Hintergrund treten zu lassen etc. Je öfter Alkohol scheinbar für Wohlbefinden sorgt und unangenehme Gefühle leichter aushalten lässt, desto weniger gelingt es, schwierige Situationen ohne Alkohol zu bewältigen.
Ein kritischer Punkt ist erreicht, wenn man sich ohne Alkohol kaum noch entspannen und wohlfühlen kann. Ernste Warnsignale sind Gedächtnislücken nach durchzechten Nächten, heimliches Trinken, Einschlafstörungen und Unruhe, wenn man nichts getrunken hat. Weitere Folgen wie Konflikte in der Familie, nachlassende Leistungsfähigkeit im Beruf, Schuld- und Schamgefühle können hinzukommen und sind besorgniserregende Merkmale einer Alkoholgewöhnung. (Quelle:http://www.suchtfragen.at/faq/alkohol.php)

 

Fragen zu einzelnen Suchtmitteln

Macht Alkohol dick?
Leider ja, denn ein Gramm Alkohol ist fast so kalorienhaltig wie ein Gramm Fett. Ein halber Liter Bier enthält z.B. 210 kcal. Zudem hemmt Alkohol den Fettabbau, denn der Körper erkennt Alkohol als gefährliche Substanz, die bevorzugt abgebaut werden muss. Dadurch verlangsamt sich der Fettstoffwechsel. (Quelle: https://www.aok.de/bundesweit/gesundheit/essen-trinken-alkohol-faq-7565.php)
Macht Alkohol impotent?
Alkohol beeinflusst die Potenz des Mannes, indem er den Testosteronspiegel im Blut verringert. Durch den niedrigen Testosteronspiegel werden die Erektionsfähigkeit und damit die Orgasmusfähigkeit gehemmt. (Quelle: https://www.aok.de/bundesweit/gesundheit/essen-trinken-alkohol-faq-7565.php)
Ist Alkohol während der Schwangerschaft gefährlich?
Ja, bereits geringe Mengen an Alkohol sind für das ungeborene Kind sehr gefährlich, denn über die Plazenta gelangt der Alkohol in den Blutkreislauf des Ungeborenen. Da die kindliche Leber noch nicht vollständig entwickelt ist, wird der Alkohol beim Kind sehr viel langsamer abgebaut als bei der Mutter. Da Alkohol ein Zellgift ist, können während der Schwangerschaft schwerwiegende körperliche Missbildungen sowie geistige Entwicklungsstörungen auftreten. Momentan kennt man keine Menge Alkohol, die für das Ungeborene unbedenklich ist. Aus diesem Grund ist in der Schwangerschaft der völlige Verzicht auf Alkohol die eindeutig beste Entscheidung. (Quelle: https://www.aok.de/bundesweit/gesundheit/essen-trinken-alkohol-faq-7565.php)
In welchen Lebensmitteln kann Alkohol enthalten sein, ohne dass ich es merke?
Vor allem Pralinen, Torten, Gebäck oder Nachspeisen können Alkohol enthalten, aber auch Edelkäse oder Konfitüren. Eine Kennzeichnungspflicht besteht in diesen Fällen nicht. Selbst bei alkoholfreiem Bier dürfen bis zu 0,5 Prozent Alkohol enthalten sein, ohne dass dies ausgewiesen sein muss. Einige Medikamente – vor allem viele Pflanzenextrakte oder Homöopathika – sowie Stärkungsmittel, wie Melissengeist, sind oft hochkonzentrierte alkoholische Lösungen. (Quelle: https://www.aok.de/bundesweit/gesundheit/essen-trinken-alkohol-faq-7565.php)
Ist Alkoholismus erblich?
Es ist wahrscheinlich, dass es genetische Unterschiede gibt, wie Menschen auf Alkohol reagieren. Auch zeigen verschiedene Studien, dass Kinder von alkoholkranken Menschen ein höheres Risiko haben, selbst abhängig zu werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es ein Gen für Alkoholabhängigkeit gibt. Durch genetische Faktoren ist lediglich die Wahrscheinlichkeit für eine Alkoholsucht erhöht, was aber nicht zwangsläufig zur Sucht führt. Gleichermaßen gibt es vermutlich Menschen, die süchtig werden, ohne dass ihre Gene etwas dazu beitragen. (Quelle: https://www.aok.de/bundesweit/gesundheit/essen-trinken-alkohol-faq-7565.php)
Darf ich alkoholfreies Bier trinken, ein „Mon Cheri“ essen etc. wenn ich alkoholabhängig bin?
Nach einem Alkoholentzug sollten sich Betroffene die Frage stellen, wie sie mit alkoholhaltigen Lebensmitteln in Zukunft umgehen möchten. Alkohol ist in vielen Lebensmitteln enthalten und wird auch zum Kochen verwendet. Alkoholfreies Bier enthält zwar nur geringste Mengen Alkohol, ist aber im Aussehen, Geruch und Geschmack dem alkoholischen Bier sehr ähnlich.
Der Konsum eines Mon Cheri oder eines alkoholfreien Bieres ist ein Risiko und somit nicht unbedenklich, bedeutet aber nicht automatisch einen Rückfall in altes Trinkverhalten. Es besteht jedoch die Gefahr, wieder “auf den Geschmack zu kommen“, da das Aussehen, der Geruch und der Geschmack das Suchtgedächtnis aktivieren und Alkoholverlangen auslösen könnte. (Quelle: http://www.suchtfragen.at/faq/alkohol.php)
Einmal Alkoholiker, immer Alkoholiker?
Die Vorstellung, dauerhaft ohne Alkohol zu leben macht vielen Betroffenen Angst. Ein Großteil will wieder zu einem „normalen“ Alkoholkonsum zurückkehren. Oft wird daher nach einer mehr oder weniger langen Abstinenzzeit (die sehr zu empfehlen ist!) die eigene Fähigkeit zur Kontrolle ausgetestet. Dies ist jedoch nicht unbedenklich. Manchen Menschen gelingt es, den Alkoholkonsum für eine gewisse Zeit oder auch dauerhaft zu kontrollieren. Häufig jedoch sind Betroffene dazu nicht in der Lage und es kommt zum Rückfall ins alte Trinkverhalten. Nimmt die Häufigkeit und Menge des Alkoholkonsums zu und werden alte Verhaltensweisen wieder spürbar, dann sollte eine dauerhafte Abstinenz in Betracht gezogen werden. (Quelle: http://www.suchtfragen.at/faq/alkohol.php)
Wie werden alkoholfreie Biere hergestellt?
Zwei Herstellungsverfahren sind weit verbreitet: das Abbrechen des Gärprozesses bei einem Alkoholgehalt von 0,5 Prozent oder das nachträgliche Entfernen von Ethanol bis zum gewünschten Alkoholgehalt. (Quelle: http://www.brauereiverband-nrw.de/page/biersorte/faqs_alkoholfrei.htm)
Warum enthalten alkoholfreie Biere geringe Spuren von Alkohol?
Bedingt durch die Herstellungsprozesse in den Brauereien können alkoholfreie Biere bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten. Es dürfen als „alkoholfrei“ deklarierte Biere in Deutschland nur höchstens 0,5 % vol. enthalten. Dieser Wert gilt für alkoholfreie Weine ebenso wie für Getränke wie Säfte oder Kefir, in denen sich von Natur aus durch Gärprozesse ebenfalls geringe Spuren von Alkohol finden. (Quelle: http://www.brauereiverband-nrw.de/page/biersorte/faqs_alkoholfrei.htm)
Ist es wissenschaftlich gesichert, dass der Genuss alkoholfreier Biere keinerlei Auswirkungen auf den Körper hat?
Studien haben gezeigt, dass ein Mann in relativ kurzer Zeit zwischen 15 und 20 Flaschen alkoholfreies Bier trinken müsste, um dieselbe Alkoholaufnahme zu erreichen wie mit einer einzigen Flasche gewöhnlichem Bier. Untersuchungen des rechtsmedizinischen Instituts der Universität Freiburg belegen, dass selbst der forcierte Konsum von alkoholfreiem Bier unter realistischen Trinkbedingungen zu keiner relevanten Erhöhung des Blutalkoholspiegels führt. Nach dem Genuss von drei Flaschen (entspricht 1,5 Liter) alkoholfreiem Bier innerhalb einer Stunde konnten in der Studie nur minimale Blutalkoholspiegel festgestellt werden – im Durchschnitt 0,0024 Promille. Bei 70 Prozent der Probanden konnte nicht einmal eine minimale Auswirkung auf die Blutalkoholkonzentration festgestellt werden. Nur eine halbe Stunde nach Trinkende war überhaupt keine messbare Alkoholkonzentration im Blut der Probanden mehr feststellbar. Studien über den Genuss alkoholfreier Biere haben auch dokumentiert, dass es keinerlei Einfluss auf das Reaktionsvermögen der Probanden gibt. Dies bedeutet, dass der Genuss alkoholfreier Biere auch vor dem Hintergrund der 0,0-Promille-Grenze für Fahranfänger als unbedenklich zu betrachten ist. (Quelle: http://www.brauereiverband-nrw.de/page/biersorte/faqs_alkoholfrei.htm)
Müssen Schwangere auf den Genuss von alkoholfreiem Bier verzichten?
In der Schwangerschaft sollte auf alkoholhaltige Getränke grundsätzlich verzichtet werden. Die Berliner Charité wie auch andere Institute erklären jedoch den Genuss alkoholfreier Biere für vertretbar. So wie schwangere Frauen auch unbeschadet Mischbrot und Fruchtsäfte mit minimalsten Alkoholspuren zu sich nehmen, so können sie auch gelegentlich alkoholfreie Biere genießen. Wichtig ist, dass in der Schwangerschaft hauptsächlich Getränke wie Wasser oder Tee den Flüssigkeitsbedarf decken. (Quelle: http://www.brauereiverband-nrw.de/page/biersorte/faqs_alkoholfrei.htm)
Ist der Genuss von alkoholfreiem Bier für trockene Alkoholiker problematisch?
Ja. Alkoholkranke sollten grundsätzlich kein alkoholfreies Bier konsumieren. Wenngleich die Alkoholspuren physiologisch unbedenklich sind, wie u.a. eine Meta-Studie der Landesnervenklinik Andernach belegt, und als alleinige Ursache entsprechend nicht zu einem Rückfall führen würden, sind es vielmehr die dem normalen Bier physiologisch ähnlichen Merkmale wie Aussehen, Geschmack und Geruch, die für diesen bestimmten Betroffenenkreis problematisch sind. (Quelle: http://www.brauereiverband-nrw.de/page/biersorte/faqs_alkoholfrei.htm)
Welche Lebensmittel enthalten ebenfalls Alkohol?
Vielen Lebensmitteln ist gemein, dass bei ihnen wie bei alkoholischen Getränken eine Gärung stattfindet. Hefezellen, die in der Natur fast überall vorkommen, beziehen ihre Energie aus dem Abbau von Zuckern, wobei Ethanol und Kohlendioxid entstehen. Gewisse Mengen an Alkohol entstehen auch bei der Milchsäuregärung. Ebenso werden Spuren von Alkohol auch als Trägersubstanz bei der Herstellung von Aromen verwendet. Damit enthält eine Reihe von Lebensmitteln Alkohol. Beispielhaft sind zu nennen: Essig 3 g/l; Mischbrot 2-4 g/kg; Kefir 6 g/l; Sauerkraut 2-8 g/kg; reife Bananen 6 g/kg; Apfelsaft 2 g/l; Traubensaft 3 g/l. 4 Gramm Alkohol/Liter entsprechen 0,5 % vol. (Quelle: http://www.brauereiverband-nrw.de/page/biersorte/faqs_alkoholfrei.htm)
Welche Angebote hat die Beratungsstelle für Menschen mit Essstörungen?
Die Suchtberatungsstelle bietet eine spezielle und wöchentlich stattfindende Sprechzeit für Menschen mit Essstörungen an: Jeden Dienstag von 15 bis 16 Uhr bekommen Betroffene aus Halle und dem Saalekreis auch ohne Termin eine erste Einzelberatung in dieser offenen Sprechzeit. Die Fachstelle berät vertraulich und kostenlos in Einzel- und Familiengesprächen zu Essstörungen wie Anorexie (Magersucht), Bulimie und Esssucht bzw. -zwang. Nicht nur Betroffene, auch Angehörige finden in der Beratung Antworten und Unterstützung.
Zusätzlich gibt es eine angeleitete Gruppe für Betroffene: Jeden Montag in gerader Kalenderwoche von 16:00 bis 17:30 Uhr.
Darüber hinaus bietet die Beratungsstelle auch Hilfe über ihre Online-Beratung an (www.awo-halle-merseburg.de/ onlineberatung).
Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um die Drogensubstitution zu erhalten und wie läuft das ab?
Eine Substitutionsbehandlung kann helfen, die soziale und gesundheitliche Situation zu stabilisieren und zu verbessern.
Grundsätzlich kann jeder Heroinkonsument/Heroinabhängige einen Zugang zur Substitution erhalten. Auch noch nicht volljährige Heranwachsende können substituiert werden. Es bedarf nicht der ausdrücklichen Erlaubnis der Eltern. Erste Anlaufstelle sollte die Beratungsstelle sein. Hier klären wir über die Rahmenbedingungen der Substitution auf. In einem zweiten Beratungsgespräch wird der Kontakt zur qualifizierten Arztpraxis hergestellt und besprochen, wie die psychosoziale Begleitung (PSB) während der Behandlung ablaufen kann. Außerdem füllen wir den Behandlungsvertrag aus, den die Ärzte fordern. Die Behandlung muss dann vom Arzt bei der Kassenärztlichen Vereinigung beantragt werden. Erst wenn diese zustimmt, darf der Arzt behandeln.
Wie lange sind Drogen nachweisbar?
Die Nachweisbarkeit hängt von der Substanz, den individuellen Merkmalen der Konsumierenden, der Häufigkeit des Konsums und der Konsumform sowie der Sensibilität der Untersuchungsmethode ab.
Die nachfolgenden Angaben sind allgemeine Richtwerte – die Exaktheit hängt immer von den Umständen und der genauen Art und Durchführung des Tests ab.
Nachweisbarkeit im Urin

  • Amphetamine 2 – 3 Tage, Abhängig vom Urin-ph-Wert
  • Benzodiazepine bis zu 72 Stunden (4 – 6 Wochen nach hochdosiertem Missbrauch)
  • Cannabis 2 – 3 Tage nach einmaligem Konsum; 5 Tage bei moderatem, nicht täglichem Konsum; 10 Tage bei täglichem Konsum; 20 Tage bei exzessivem, täglichen Konsum über Wochen; Abbauprodukte sind noch 4 – 12 Wochen nach dem letzten Konsum nachweisbar!
  • Ecstasy ca. 1 Tag
  • Kokain 1 Tag
  • LSD 1 – 4 Tage

Nachweisbarkeit im Blut

  • Amphetamine 2 – 4 Tage
  • Cannabis aktives THC 12 Stunden; Abbauprodukte 3 -30 Tage
  • Ecstasy 1 – 3 Tage
  • Kokain 2 – 4 Tage nach einmaligem Konsum
  • LSD 1 – 4 Tage
  • Methadon 3 – 5 Tage
  • Opiate 2 Tage
  • Psilocybin 1 – 3 Tage
Ich vermute, mein Freund, meine Schwester, mein Kind… nimmt Drogen. Wie soll ich mich verhalten?
Trauen Sie sich Ihre Beobachtungen und Gefühle ohne Beschönigung anzusprechen, wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Freund/Freundin/Kind Hilfe braucht. Sie können, wenn Sie möchten, die Begleitung zu einer Beratungsstelle anbieten. Wählen Sie eine ruhige Gesprächssituation. Gehen Sie von Ihren Sorgen und Gedanken aus – es geht nicht darum den anderen zu einen Schuldeingeständnis zu bringen, sondern Hilfe anzubieten, falls sie gewünscht wird. Es gibt keine „Tricks” jemand zu überzeugen, keine Drogen zu nehmen. Bleiben Sie sachlich und freundlich. Drohen Sie niemals mit Konsequenzen, die Sie nicht einhalten können, sonst werden Sie nicht mehr ernst genommen. Räumen Sie nicht bedingungslos alle Schwierigkeiten aus dem Weg. Übernehmen Sie nicht die Verantwortung, bestimmte Vorfälle zu vertuschen.
Mein Arzt hat mir Tabletten gegen Depressionen verschrieben, machen die abhängig?
Antidepressiva machen grundsätzlich nicht abhängig. Sogenannte Tranquilizer (Schlaf- und Beruhigungsmittel) dagegen haben Abhängigkeitspotential.
Machen Schmerzmittel/Schlafmittel abhängig?
Hier gilt es zu differenzieren, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Barbiturate sind Schlaf- u. Beruhigungsmittel mit hohem Abhängigkeitspotential; ebenso können Mischanalgetika als Schmerzmittel den Suchtstoff Kodein (Opioid)enthalten und damit eine Abhängigkeit entstehen lassen.
Was ist Glücksspielsucht? Wann spricht man von Glücksspielsucht?

Glücksspielsucht, das sogenannte pathologische Spielen ist eine Krankheit mit unterschiedlichen Krankheitszeichen:

  • starkes Eingenommen sein vom Glücksspiel
  • die gewünschte Erregung („Kick“) ist nur durch steigende Einsätze zu erreichen
  • erfolglose Kontroll- oder Abstinenzversuche
  • Nicht-spielen-können führt zu Unruhe und Gereiztheit
  • Spielen, um Problemen oder negativer Stimmung zu entkommen
  • Drang, Verluste sofort wieder auszugleichen (Chasing-Verhalten)
  • Familienmitglieder und andere werden belogen, um das Ausmaß des Spielens zu verheimlichen
  • das Spielen wird durch illegale Handlungen finanziert
  • durch das Spielen kommt es zur Gefährdung oder Verlust von Beziehungen u/o Arbeitsplatz
  • der Spieler verlässt sich auf andere als ‚Geldgeber‘

Von einer Spielsucht spricht man dann, wenn fünf Merkmale zutreffend sind.

Kann man Glücksspielsucht behandeln? Welche Möglichkeiten gibt es für Betroffene und Angehörige?
Ja. Studien haben gezeigt, dass die Behandlung glücksspielsüchtiger Personen sehr effektiv ist. Etwa 60% der SpielerInnen, die eine Therapie – sei dies stationär oder ambulant – beenden, sind auch ein Jahr nach ihrer Beendigung weiter abstinent. Eine Behandlung wird durch die Bereitschaft des Spielers sich mit seiner finanziellen Situation und mit anderen durch die Spielsucht entstandenen Problemen aktiv auseinanderzusetzen, positiv beeinflusst.
In der Suchtberatungsstelle gibt es sowohl für Betroffene als auch Angehörige die Möglichkeit, sich telefonisch zu informieren bzw. einen Termin für ein erstes persönliches Gespräch, das anonym und kostenlos ist, zu vereinbaren.
Ist Poker ein Glücksspiel?
Ja, weil der Ausgang des Spiels vorwiegend vom Zufall abhängig ist. Auch Bluffstrategien oder besondere Menschenkenntnis ändern die Gewinnwahrscheinlichkeit nicht.
Ich ertappe mich immer öfter dabei, dass ich Dinge einkaufe, die ich eigentlich gar nicht brauche. Während des Einkaufens ist mir das ganz egal, aber danach zuhause bin ich dann richtig wütend auf mich selbst. Kann mir da eine Beratung helfen?
In der Beratung gibt es die Möglichkeit genauer hinzuschauen, was Sie mit dem Kaufen erreichen: belohne ich mich damit, hilft es gegen Langeweile, lässt es mich kurzfristig den Alltag oder einen gewissen Frust vergessen. Durch Beratung können Handlungsalternativen entwickeln werden und die Chancen steigen, in Zukunft darauf zu achten, besser und liebevoller mit sich selbst umzugehen.
Mein Partner verbringt Stunden und Nächte vorm Computer. Ich habe versucht mit ihm zu reden aber er blockt nur ab. Ich denke er ist onlinesüchtig, was kann ich tun?
Nehmen Sie davon Abstand Ihren Partner überzeugen zu wollen, dass er ein Problem hat – meist erreicht man dadurch eher ein Zurückziehen bzw. wird das eigene Verhalten verharmlost: „So ein Blödsinn, ich kann ja jederzeit aufhören, ich hab das im Griff!“.
Die Wahrscheinlichkeit Ihren Partner zu erreichen, steigt, wenn Sie von sich und Ihren Gedanken und Gefühlen erzählen. Wenn Sie z.B. Ihre Beobachtung, dass Sie in letzter Zeit viel weniger gemeinsam tun als es früher üblich war. Dass statt dem gemütlichen Zusammensitzen am Abend und über den Tag plaudern, statt dem Kinobesuch …, nun jeder in seinem Eck sitzt … Sagen Sie, wie es ihnen geht, was Sie vermissen. Vielleicht ist es durch so einen Zugang möglich über ihre Beziehung und ihr Zusammenleben zu sprechen. Und vielleicht schafft Ihr Partner dann in einer vertrauensvollen Atmosphäre über seine Sorgen zu reden.
Auch für Sie ist es möglich und sinnvoll, Beratung durch einen Profi in Anspruch zu nehmen.


Fragen zu Beratung und Behandlung

Ich habe ein Problem mit Alkohol. Welche (Be)-Handlungsmöglichkeiten gibt es für mich?
Der erste Schritt auf dem „Weg hinaus“ heißt, sich mit seinem Problem auseinanderzusetzen. Informieren Sie sich und suchen Sie Unterstützung, indem Sie eine Selbsthilfegruppe oder eine Beratungsstelle aufsuchen. In der Suchtberatungsstelle gibt es sowohl für Betroffene als auch für Angehörige die Möglichkeit sich telefonisch zu informieren bzw. sich in einem anonymen und kostenlosen Informationsgespräch beraten zu lassen. In diesem Gespräch haben Sie die Möglichkeit, gemeinsam mit einem Berater/einer Beraterin das Problem zu ergründen sowie weitere Behandlungsschritte zu besprechen. Die Entscheidung, ob eine ambulante (z.B. in einer Beratungsstelle) oder stationäre Alkoholtherapie indiziert ist, hängt von verschiedenen Faktoren (z.B. der Schweregrad der Abhängigkeit, körperlichen Entzugssymptomen etc.) ab und muss je nach Einzelfall getroffen werden.
Vor und auch nach einem stationären Aufenthalt ist eine ambulante Weiterbetreuung in Form einer Einzel- oder Gruppentherapie oft sinnvoll und notwendig. Die Beratungsstellen bieten hier neben Einzelberatung auch immer wieder Gruppen für Menschen mit Alkoholproblemen an.
Mein Mann trinkt so viel, er kommt jeden Tag angetrunken heim. Was soll ich tun?
Trauen Sie sich Ihre Beobachtungen und Gefühle ohne Beschönigung anzusprechen. Wählen Sie dazu eine ruhige Gesprächssituation. Gehen Sie von Ihren Gefühlen und Sorgen aus und vermeiden Sie Anschuldigungen. Bleiben Sie dabei sachlich und freundlich. Es geht nicht darum, den anderen zu einem Schuldeingeständnis zu bringen, sondern Hilfe anzubieten, falls diese gewünscht wird. Übernehmen Sie nicht Verantwortung für den/die Abhängige/n, sondern helfen Sie durch „Nicht-Helfen“.
Auch wenn Ihnen klar ist, dass der Alkoholismus Ihres/r Partners/in eine Krankheit ist, müssen Sie sein Verhalten nicht in jedem Fall tolerieren. Setzen Sie sich klare Grenzen und ziehen Sie diese Grenzen gegebenenfalls auch.
Wichtig: Vergessen Sie sich selbst nicht, sondern nehmen Sie sich Zeit für Ihre Interessen und Ihre Hobbys. Stecken Sie sich eigene Ziele unabhängig von Ihrem Partner.
Informieren Sie sich über Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten. In allen Suchtberatungsstellen gibt es auch für Angehörige die Möglichkeit, sich telefonisch zu informieren bzw. zu einem persönlichen Informationsgespräch, das anonym und kostenlos ist.
Wer kann sich und womit kann ich mich an die Beratungsstelle wenden?
  • Als betroffene Person, wie auch als Person aus dem Umfeld, als Angehörige/r, FreundIn als auch im beruflichen Kontext mit Sucht konfrontiert.
  • Mit jeglicher Fragestellung zu Sucht und Abhängigkeit – stoffgebunden wie auch zu sogenannten Verhaltenssüchten.
Wo finde ich die AWO Suchtberatung?
Die Suchtberatung der Arbeiterwohlfahrt befindet sich in der Trakehnerstraße 20 in Halle-Neustadt in der Nähe vom Saalecenter und dem Rennbahnkreuz. Die genaue Wegbeschreibung können Sie auf unserer Karte unter dem Menüpunkt Kontakt und Sprechzeiten finden.
Was erwartet mich in der Suchtberatung?
Wenn Sie das erste Mal eine Beratung bei uns in Anspruch nehmen, laden wir Sie ein, zu unseren offenen Sprechzeiten zu kommen. Diese finden in Halle jede Woche Montag von 13 Uhr bis 15 Uhr und Mittwoch von 10 Uhr bis 12 Uhr statt. Zum Thema Glücksspiel können Betroffene und Angehörige jeden Mittwoch von 15 Uhr bis 16 Uhr ein Gespräch ohne Termin erhalten. Bei Essstörungen stehen wir Ihnen in einer offenen Sprechzeit jeden Dienstag zwischen 15 und 16 Uhr zur Verfügung. In Querfurt sind wir zur offenen Sprechzeit jeden Donnerstag von 13 bis 15 Uhr erreichbar. Zu diesen Zeiten können Sie ohne vorherige Anmeldung bei uns erscheinen und erhalten ein kurzes Beratungsgespräch. Zu diesem ersten Termin werden grundsätzliche Fragen geklärt und Ziele für die Beratung festgelegt. Nach Bedarf werden weitere Folgetermine vereinbart.
Welche Hilfsangebote gibt es?
In unserer Einrichtung bieten wir Einzel-, Paar-, und Gruppengespräche an und vermitteln in weiterführende Hilfs- und Therapieangebote, wie z.B. Entgiftungen und Entwöhnungsbehandlungen. In unseren Einzelgesprächen können Sie mit ihrem Berater/Ihrer Beraterin besprechen welche Möglichkeiten Sie nutzen möchten. Auf unserer Homepage finden Sie unter dem Menüpunkt Angebote detaillierte Informationen.
Können mir „fremde“ Personen wirklich helfen? Verstehen sie meine Sorgen und Ängste?
Oft kann es gut sein mit einer außenstehenden Person (in diesem Falle Ihrem Berater/Ihrer Beraterin) über Ihr Problem zu sprechen. Häufig erleben Klienten Scham- und Schuldgefühle und befürchten verurteilt oder „abgestempelt“ zu werden. Sie werden im Beratungsgespräch feststellen, dass sich diese Befürchtungen nicht bewahrheiten. Unsere Berater/innen kommen Ihnen mit Akzeptanz und Verständnis entgegen. Aber auch Sie als Klient/Klientin können dazu beitragen, dass das Gespräch gewinnbringend für Sie verläuft, in dem Sie sich schon vorab Gedanken darüber machen, was Sie gerne erreichen und worüber Sie sprechen möchten.
Bleibe ich durch die Suchtberatung abstinent?
Die Beratungsangebote, die unsere Einrichtung für Sie bereit hält, haben erfahrungsgemäß einen positiven Effekt auf eine abstinente Lebensweise. In unseren Einzelgesprächen werden Sie gemeinsam mit ihrem Berater/Ihrer Beraterin Strategien entwickeln, mit Hilfe derer Sie in schwierigen Situationen nicht wieder zum Suchtmittel zurückgreifen müssen. In den verschiedenen Gruppenangeboten können Sie mit anderen Betroffenen in Kontakt kommen und sich über Probleme, Schwierigkeiten aber auch über erfolgreiche Erlebnisse austauschen. Auch die Gruppenangebote haben sich als Mittel zur Stabilisierung der Abstinenz bewährt. Jedoch ist es wichtig zu wissen, dass unserer Angebote Sie zwar unterstützen können, aber dass es letztendlich in Ihrer Hand liegt ob sich etwas verändern oder beim Alten bleiben soll. Allein das Gespräch lässt Sie nicht abstinent bleiben. Sie können aktiv dazu beitragen, dass ihr Abstinenzvorhaben gelingt!